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Blog-Archiv

Von arrogantem Selbsthass und anderer Antimaterie

Ich sehe andere Gleichaltrige, wie sie die Dunkelheit um sich herum durchbrechen wollen und sich das Feuer den Schlund hinunter kippen. Ich beneide sie für das feurige, hitzige Leben, doch mittlerweile kann ich darüber stehen und sage mir mit verlogener, überheblicher Arroganz, dass ich keinen Spiritus und kein Benzin brauche, um den brennenden Motor in mit zum Laufen zu bringen. Ich muss kein aufregendes Leben führen, denn meine Vorstellung bringt mich in Sphären, die sie nie erleben werden. Ihre Musik ist zu laut, sie übertönt ihre Gedanken. Ihr Gebrüll ist zu laut, es lässt die Stimmen der unbetretenen Welten verstummen. Sie tun alles um dem entgegenzuwirken, was die Auffassung in Antimaterie der Welt  um sie herum und all ihre Reize zu stimulieren. Sie sedieren die Serpentinstraßen ihres Denkorgans; ihre Poren, die alles um sie herum aufsaugen; sie verstummen, werden taub, gefühllos und bleiben auf der Stelle stehen. Ihre Träume werden Bierfilze und gezeichnete Umrisse für die Geschichten, die sie einmal ihre Enkelkindern erzählen können. Die Träume eines Einzelnen sind die einer ganzen Generation. Die Poster und Zitate, die Musik, die nicht euch gehört. Der Schmerz des Einzelnen ist der einer ganzen Generation. Und die Great Depression ist plötzlich eine Bewegung im mittleren Westen. Reblogge den Protestaufruf, like die Demo nächsten Donnerstag und wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Zitronen-Tweets.

Blogawards

Eine lange Zeit habe ich Blogawards und Tags "abgelehnt" und nicht bearbeitet, aber diesmal dachte ich mir einfach, dass es eine interessante Abwechslung sein würde, deshalb widme ich mich mal dem Blogawards von Faye und Maroua. Allerdings verzichte ich darauf, die weiter zu führen, in der Hoffnung, ich kränke niemanden damit.

Zuerst die Fragen von Faye:
Was trägst du gerade?[Klingt so ein bisschen wie eine pseudo-erotische Frage ;D] Ein dunkelblaues Bustier-Kleid
Bist du nach irgendwas süchtig?Hm, also nach irgendwelchen Rauschmitteln nicht, ich bin so prüde, ich trinke nicht mal Kaffee. Aber falls es zählt: Ich glaube, ich bin ein bisschen ein "Musik-Junkie". Ich halte es nicht lange aus ohne Beschallung und manchmal wünsche ich mir, dass ich diese audiale Kunst ein bisschen mehr zu schätzen lernen würde, anstatt mich im Hintergrund damit immer entertainen zu lassen.
Treibst du gerne Sport? Welchen? Ich mache sehr gerne Sport. Ich boxe viel und früher bin ich viel geritten, jetzt muss ich mich auf kleine Sprints von U-Bahn zu U-Bahn beschränken, oder manchmal auch eine Stunde Joggen.
Wenn du 10 IQ-Punkte abgeben könntest um ein Makel an dir zu ändern, würdest du es tun? Und wie viele IQ-Punkte würdest du abgeben? Eine interessante Frage. Es klingt vielleicht sehr eitel, aber ich bin froh über das Bisschen Intellekt, das ich aufweisen kann, und da ich mir schon jetzt manchmal dumm und unterbemittelt vorkomme, würde ich ungerne noch weniger haben. Ich muss auch sagen, dass ich nicht unbedingt anstelle einer philosophischen Diskussion eine neue Nase bevorzugen würde.
Rockmusik oder Popmusik? Ganz klar: Rockmusik. Ich kann leider mit Popmusik gar nichts anfangen.
Würdest du an einem Castingformat teilnehmen? Begründe deine Entscheidung. Nein. Mal abgesehen davon, dass meine 'Talente' nicht in die typischen Castingformate passen, finde ich diese Inszenierungen des Fernsehens oft sehr makaber. Obwohl ich aufgrund meiner Größe von 1,82m (und meiner Essstörung...) schon oft darauf angesprochen wurde, dass ich mich beim Germanys Next Topmodel  gut schlagen würde, muss ich hier ganz ehrlich sagen, dass ich eher   bei einer Show für Basketball Scouts mitmachen würde, als mich dort zu bewerben. 
Johnny Depp, George Clooney und Brad Pitt - Wen würdest du heiraten, wen umbringen und mit wem nur eine Nacht verbringen? Ohne auch nur einen Hauch von Zweifel: Johnny Depp wäre sicher ein cooler Ehemann. George Clooney ist ein bisschen alt für mich, aber trotzdem würde ich ihn noch Brad Pitt vorziehen. Den würde ich vielleicht nicht unbedingt gerne tot sehen, aber auf jeden Fall würde ich nur zu gerne seiner Schauspielerei den Todesschuss verpassen. Ich finde ihn keinen guten Schauspieler und zudem auch in keinster Weise attraktiv.
Ist 2013 bisher gut zu dir gewesen? Zu mir persönlich schon einigermaßen, zumindest bin ich noch hier :)
Das beste Erlebnis in deinem Leben? Kann ich so leider nicht sagen. Ich habe da kein Ranking, ich sammle meine Erinnerungen nicht wie Trophäen um dann ein #1-Schild drauf zu kleben. Aber meine paar Wochen in den USA waren unbezahlbar und jedes Jahr aufs Neue denke ich mir, dass es die schönste Zeit meines Lebens ist, wenn ich zum Taubertal-Festival aufbreche. Irgendwas verbindet mich mit diesem Festival. Als ich mein erstes eigenes Pferd bekam, und alle folgenden Stunden mit diesem Tier waren wohl die gesegnetsten meiner Kindheit. Ob dies die "besten" Zeiten meines Lebens waren, weiß ich nicht, aber sie waren wohl mit eine der glücklichsten und bereichert haben sie mich zweifellos.
Wenn du eine Sache an der Welt ändern könntest, was wäre das? Puh. Ich denke mir oft, dass dieses Mysterium Weltfrieden sicher ne geile Sache wäre, aber diese Emotion namens Aggression liegt praktisch in der menschlichen Natur und ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt ein reales Zusammenleben wäre, wenn wir uns alle in den Armen liegen würden. Ich weiß es nicht, ich kann keine konkrete Antwort auf die Frage geben, aber ich glaube, wenn ich etwas ändern könnte, dann wäre es etwas, was in meinen Augen verbessernd wäre. So viel kann ich zumindest sagen.
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Nun die Fragen von Maroua:
Hast du ein Haustier? Leider nicht mehr, der Platz und die Zeit fehlt. Allerdings hat mein Freund einen Hund und somit habe ich praktisch manchmal auch einen :)
Liest du gerne? Wenn ja, welches Genre und was sind deine Lieblingsbücher? Ich lese sehr, sehr gerne, ja. Wenn ich könnte, 24h/Tag. Ich lese immer und überall, wo ich kann, und manchmal auch, wo ich es nicht kann. Aber ich werde nie so viel lesen können, wie ich will. Meistens eigentlich Romane, in bestimmten Fachbereichen auch mal Sachbücher, niemals Fantasy, aber gefangen genommen haben mich in meinem bisherigen Leben vor allem diese Bücher: Der illustrierte Mann (Ray Bradbury), Just Kids (Patti Smith), Das Parfum (Patrick Süskind), Club der toten Dichter (N.H. Kleinbaum) Der Hungerkünstler (Kafka), Wundheilungsphasen (Minusgold). Und alles, garantiert ALLES, was aus Hermann Hesse's Feder stammt. Hesse ist mein absoluter Lieblingsautor. Bücher wie 1984, Clockwork Orange oder Ruhm faszinieren mich durch ihre Geschichte, nicht durch Sprache, gerissene Kreativität und literarische Fähigkeiten, deshalb sage ich bei diesen Büchern, dass mich nicht das Buch, sondern das Leben begeistert, obwohl es geniale Stücke sind.
Was denkst du über dich selbst wenn du in den Spiegel siehst? Ich denke in diesem Moment sehr viel. Es in einen Satz zu packen, wäre zu schwer, aber es sind immer verschiedenes Gesichter, deshalb kann ich mich sowieso nicht festlegen.
Wenn du jemand anderes wärst, würdest du dich gern mit dir anfreunden? Boah, gerissene Frage. Ich glaube, ich könnte mich nicht ausstehen, weil ich mir so ähnlich wäre.
Wo wolltest du schon immer mal hin? Amsterdam & Helsinki, Reykjavik & Istanbul, Nordpol & in eine Wüste. 
Glaubst du an Paranormales? Kommt drauf an, wie man 'paranormal' definiert. Also an Aliens oder typisch Abergläubisches glaube ich nicht. 
Welche Musik hörst du? Irgendwie schwer zu sagen. Früher habe ich ausschließlich Punk und Hardcore gehört, deshalb fragt mich immer jeder, wenn er meine Platten-/CD-Sammlung sieht, ob ich nicht voll der Punker bin. Aber mittlerweile bin ich ziemlich soft geworden, auch wenn ich mir in manchen Momenten weiterhin Refused und Strike Anywhere reinziehe. Aber ich höre eigentlich ausschließlich das, was viele Folk-Punk oder Country-Punk nennen. Also so was wie Frank Turner und Chuck Ragan, Eddie Vedder Solo aber auch John Butler und Xavier Rudd und Dispatch etc, also auch so ein bisschen Roots-Rock. Ansonsten würde ich mich eher im Alternative- und Crossover-Bereich ansiedeln, also bei Rage Against The Machine, Placebo, Iggy Pop, Patti Smith, wenn es um Mainstream-Musik geht und so Indie-Zeugs höre ich auch sehr gerne, wenn es gut ist. Worauf ich noch total abgehe ist so Gypsy-/Irish-Punk und -Rock. Also Mischief Brew ist vermutlich der beste Scheißhaufen, der je auf die Welt gesetzt wurde, und Flogging Molly und so was ist schon cool, vor allem auf Konzerten. Grunge mag ich teilweise auch, also Pearl Jam und Soundgarden, Temple of the dog, Jane's Addiction etc, aber Nirvana ist nicht mein Fall, auch wenn ich mich da oft unbeliebt mache. Metal kann ich leider auch nicht hören, ich mag es einfach nicht, und Metallica, AC/DC usw sind für mich Bands, die zu Unrecht gorifiziert werden. Elektro höre ich eigentlich gar nicht, außer Bonaparte, oder vielleicht so was wie die Gorillaz oder OPM, aber das sind echt die einzigen Ausnahmen. Klassik höre ich überraschenderweise auch oft, meine Lieblingskomponisten sind Ludovico Einaudi und Vivaldi. Also wie man sieht höre ich ziemlich vieles, breitgefächertes.
Was ist das unheimlichste, das dir je widerfahren ist? Als mich ein mindestens 65-Jähriger - oder sagen wir: zu alt für Wahrheit oder Pflicht - nach einem Date gefragt hat.
Was ist das tollste, das dir je widerfahren ist? --> Faye's Fragen
Liste mind. 3 Dinge die du an dir magst auf. Ich mag die Länge meiner Beine, meine Finger und meine Augen.
Was war das verrückteste, das du in deinem Leben angestellt hast? Keine Ahnung. Für mich war es ja nicht verrückt, sonst hätte ich es nicht gemacht.

Ertrinken

Der milchig-angelaufene Spiegel verzerrt mein Antlitz. Ich atme die subtropische Luft ein, Wärme füllt meine Lungenflügel, aber der Vogel zwitschert keinen Laut. Vielmehr benehmen sich die Herzklappen wie die seelischen Rudimente eines verstorbenen Kolibris in mir. Wenn sie aufhören, mit den Flügeln zu schlagen, habe ich einmal gelesen, hört ihr Herz auf zu schlagen. Ein Vogel, gefangen in dem Käfig meines Brustkorbes - am Liebsten würde ich mein Herz heraus reißen, um nicht so zu fühlen, wie ich es tue. Frustriert streife ich mit der Handfläche über die feuchte Oberfläche des Spiegels. Wie einen Vorhang ziehe ich den Schleier zur Seite, der mich und mein reales Spiegelbild voneinander trennt. Vorsichtig streiche ich mir über die Wange, um zu überprüfen, ob es mir der Mensch im Rahmen gleich tut; ob es wirklich ich bin. So fremd komme ich mir vor, und so sehr wünsche ich mir, diese beklommene Fremde in mein Leben zu integrieren und mich in sie zu verlieben. Wie eine zärtliche Liebkosung lasse ich meine Hand durch das Wasser gleiten, die Temperatur ist zu kalt, aber die Wärme der Molekül-Familien gönne ich mir nicht. Die Poren öffnen sich, saugen die Atmosphäre auf wie ein Schwamm. Angstschweiß. Angst vor dem Blick nach unten auf den eigenen Körper. Nackt, ungeschützt vor den eigenen Gedanken. Ich schließe provisorisch die Augen, lasse die Dunkelheit auf mich wirken, die plötzlich ein Raum der Freiheit ist, so ohne Kanten und in ihrer endlose Weite. Langsam lasse ich mich hinein gleiten, das Wasser umschließt mich wie eine Umarmung, meine eigene Körpertemperatur passt sich an wie ein Stimmungsring. Die Berührung auf der Haut von allen Seiten, es drückt auf eine beklemmende, fast klaustrophobische Art meine Empfindungen herunter. Ich schlage die Materie, die mich in den Schwitzkasten nimmt, von mir, Wellen klatschen an den Rand der Badewanne, Wasser schwappt über den Rand, es schlägt zurück. Zärtliche Schläge, ein Tadel. Ich schwebe. 

To look like you

{ JOHN BUTLER TRIO }

We like your face 
We like your style 
Everything about you seems so worthwhile 
We like your hair 
We like your nose 
Everybody gonna get one of those 
The bullets for the magazine 
Paparazzi shooting like soldiers in their teens 
I'm just a teenage girl sitting in my room with the bullet for a mirror looking for a broom 

To look like you
To look like you

I'm gonna burn my skin 
I'm gonna cut my hair 
I'm gonna grab a bit of me and stick it over there 
I'm gonna take my meal of two white pills 
'Cause I'm gonna look like you, yes I will 
Gonna sell right out to the great white dream 
'Cause I too want to be a beauty queen 
I'm just a teenage girl sitting in my room with the bullet for a mirror looking for a broom 

'Cause I'd do anything in this world to look like you 
To look like you 

I'm gonna buy that mud and apply that paint 
Yes I put it on so thick I wonder why I ain't 
I'm gonna buy everything that you do sell 
Your clothes, your lips, your rocks, your smells
The bullets for the magazines 
'Cause I want everybody to see me 
I'm just a teenage girl sitting in my room with the bullet for a mirror looking for a broom 

We like your face, we like your style 
And everything about you seems so worthwhile
We like your shoes, we like your clothes 
Now we want a taste of candy going up your nose 
The bullets for the magazine 
'Cause I do want to be a beauty queen 
I'm just a teenage sitting in my room with the bullet for a mirror looking for a broom 

'Cause I'd do anything in this world to look like you 
To look like you 
I'd do anything in this world to look like you 
To look like you, oh


Mein Frühstück - ich spüle es mit einem Schwung Wasser hinunter. Für die Haut. Für die Zähne. Für die Knochen. Für die Nägel. Für die Haare. Gegen den Appetit. Für das Leben. Es wird eines Tages so toll sein, rede ich mir ein. Ich sehe hinab auf die Steine, die mir den Weg durch den reißenden Fluss ebnen werden. Jeden Tag ein bisschen mehr, bis ich am anderen Ufer angekommen bin. Das Ufer, auf dem das grüne Gras wächst und die Sonne scheint. "Du warst schon einmal da. Das willst du nicht noch einmal durchleben!" Ich weiß.